" Homevideo" von Karin Kaçi



Homevideo

Autor/in: Karin Kaçi
Verlag: Carlsen
Erschienen:  29. Januar 2016
Seiten: 192
Preis: 6,99 € (TB)

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Jakob hat ins seiner Kamera so etwas wie seinen besten Freund gefunden. Auf Schritt und Tritt begleitet sie ihn durch den Tag und dokumentiert alles wie ein Tagebuch. Doch es ist auch ein Ritt mit dem Teufel, denn als ein intimes Video von ihm in die Finger seiner Mitschüler gerät, landet das selbstgedrehte Band postwendend im Internet. Es verbreitet sich wie ein Lauffeuer weiter und Jakob wird immer mehr zum Mobbingopfer. Von der Freundin verlassen und von den überforderten Eltern im Stich gelassen, sieht er nur einen Ausweg um das Problem zu beheben…



Selten gibt es Bücher, die mir die Sprache verschlagen und noch seltener bei denen ich meine Empfindungen, Gedanken und Eindrücke nicht definieren kann.

Karin Kaçi schaffte genau dies mit ihrem dramatischen, sehr intensiven und drastischen Jugendroman der an Herz und Nieren geht. Sie führt dem Leser klar und deutlich vor Augen wie schnell ein kleiner Fehler ein gravierendes Ausmaß an Folgen mit sich zieht, deren Rattenschwanz man nicht mehr loswird. Schockierend sind die Auswirkungen und wenn man bedenkt, dass es keine Seltenheit mehr heut zu tage ist, dass junge Menschen Opfer von Mobbing werden und eventuell auch zu solchen Mittel und Wege wie Jakob letzten Endes greifen, bleibt einem vor Schock die Luft weg.

Der Schreibstil ist fesselnd. Er vermittelt dem Leser die Gefühle so drastisch und knallhart als wäre man selbst der Protagonist in dem Szenario.

Jakob und Co sehr so authentisch geschildert, so dass man sich sehr gut in sie und ihre Geschichte hineinversetzen kann. Es ist sehr ergreifend, da es der Realität einfach zum Greifen nahe kommt und es ein Nachbar, ein Freund oder sogar die eigene Familie treffen könnte. Oft überkam mich eine Gänsehaut und die Augen füllten sich mit Tränen. Im nächsten Moment kam eine enorme Wut auf und ich hätte die Eltern oder Freunde am Kragen packen und ordentlich durchschütteln können. Doch die Emotion, die konstant vorhanden war, war Trauer und Scharm. Trauer über die Ereignisse, Auswirkungen und Folgen, die im Handumdrehen ein Menschenleben auf so drastische Weise verändern. Scharm oder eher Fremdschämen gegen über den Eltern und den Mitschülern, die für all das schließlich verantwortlich sind.



Ein hochemotionaler und extrem realistischer Jugendroman, der dem Leser ganz klar vor Augen führt wie schnell ein Menschenleben eine dramatische Wendung nehmen kann und wie wichtig es ist, dass das Thema Mobbing und auch die Betroffenen mehr Gehör finden!

4/4 Butterflies!

Ein riesen Dankeschön geht an den Carlsen Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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